Mehr über Nama- und Nigori-Sake erfahren
Was ist der Unterschied zwischen einem Nama-Sake und einem Nigori-Sake?
Nama-Sake ist ein nicht pasteurisierter Sake, der seine Frische, seine fruchtigen Aromen und eine leichte Säure bewahrt und eine lebhafte Textur im Mund hat. Er sollte kühl gelagert werden.
Nigori-Sake hingegen ist ein trüber, weil teilweise gefilterter Sake: Er behält einen Teil des Reises und des Kojis, was ihm eine cremige Textur, eine ausgeprägte Süße und Notenvon Milch oder Kokos verleiht.
Der eine setzt auf Frische (Nama), der andere auf eine reichhaltige Textur (Nigori).
Welche Legende rankt sich um die Entstehung von ungefiltertem Sake?
Der Legende nach ist ungefilterter Sake(nigori-zake) eine der ältesten Formen von Sake, die lange vor den modernen Presstechniken entstand. Damals ließ man Reis, Wasser und Koji einfach in Krügen fermentieren und das Getränk wurde so getrunken, wie es war: dickflüssig, trüb und lebendig.
Es heißt, dass dieser rustikale Sake den Shinto-Gottheiten als heiliges Getränk dargebracht wurde, da er die ursprüngliche Reinheit der natürlichen Gärung verkörperte. Die wolkige Seite des Nigori wurde so zum Symbol für Großzügigkeit, Fruchtbarkeit und die Verbindung zu den Göttern. Ein Getränk, das alte Traditionen und sensorischen Genuss vereint.
Welche regionalen Traditionen gibt es in Japan rund um Nigori?
In Japan wird Nigori-zake häufig mit Winterfesten oder landwirtschaftlichen Ereignissen in Verbindung gebracht, vor allem in ländlichen Gebieten, wo er noch handwerklich hergestellt wird. In der Präfektur Nara, der Wiege des Sake, wird Nigori während der Neujahrsfeierlichkeiten getrunken, um Glück und Wohlstand zu bringen.
In einigen Gegenden von Tohoku und Gifu wird er während der Erntefeste geteilt, wo seine reichhaltige Textur Überfluss symbolisiert. In Hiroshima wird er gerne zu lokalen Gerichten mitAustern oder Zitronensoße(Ponzu) gereicht, da seine Süße ein Gegengewicht zu Jod und Säure bildet.
Dieser trübe, großzügige und ausdrucksstarke Sake ist nach wie vor ein geselliges Getränk, das oft mit der Familie oder Nachbarn geteilt wird, zu Ehren uralter landwirtschaftlicher und spiritueller Traditionen.
Welche Gerichte werden zu Nama- und Nigori-Sake serviert?
Die Sake Nama und Nigori zeichnen sich durch ihre Frische und Intensität aus: Der Nama (nicht pasteurisiert) bietet lebhafte, fruchtige und säuerliche Noten, während der Nigori (trüb) durch seine cremige Textur und seine milchige Süße besticht.
Nama-zake passt hervorragend zu frischen Gerichten wie Sashimi, Algensalat oder Fischtartar. Seine Lebendigkeit verfeinert Gerichte mit leichtem Essig oder Zitrone, und er erweist sich als Überraschung zu Frischkäse.
Der süße und reichhaltigere Nigori-zake passt gerne zu Obstdesserts, Mochis oder auch zu scharfen Gerichten wie Karaage, japanischen Currys oder koreanischer Küche. Seine süße Seite mildert scharfe oder salzige Aromen und sorgt so für eine ausgewogene und leckere Verkostung.
Welche Temperatur ist ideal, um diese Sake-Sorten zu servieren?
Nama- und Nigori-Sake entfalten ihre fruchtigen Aromen und ihre zarte Textur voll und ganz, wenn sie bei der richtigen Temperatur serviert werden.
Nama-zake, der nicht pasteurisiert wurde und oft lebhafter und aromatischer ist, genießt man am besten gekühlt bei 8 bis 12 °C. Bei dieser Temperatur bleiben seine natürliche Frische, seine Säure und seine blumigen oder fruchtigen Noten erhalten.
Der mildere und strukturiertere Nigori-zake sollte idealerweise gut gekühlt zwischen 6 und 10 °C genossen werden, damit seine milchige Süße und sein samtiger Mund zur Geltung kommen. Zu heiß serviert, könnte er sein Gleichgewicht verlieren und zu schwer werden.
Tipp: Denken Sie daran, gut die Nigori-Flasche vorsichtig zu schütteln vor dem Servieren, um die Textur zu homogenisieren!


















